Lohnt sich die Aufbereitung eines Notebooks?

10. Juni 2019

Ob und in wie weit die umfassende Aufbereitung eines Notebooks Sinn macht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wir persönlich arbeiten lieber mit einem Notebook ohne verkratztes Gehäuse und vergilbte „Hochglanz“-Tasten. Auch Sammler älterer Geräte sind froh, dass es eine Möglichkeit gibt, ihren Schatz wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die Aufbereitung eines Notebooks ist sehr aufwendig und erfolgt in vielen detaillierten Arbeitsschritten.
Zunächst wird das Gerät komplett zerlegt und jedes Einzelteil sorgfältig gereinigt und konserviert.

In Einzelteile zerlegtes Notebook

Ein Notebook wird für die Aufbereitung zerlegt.

Beispiel: Gehäuse

Im zerlegten Zustand werden oft Risse und andere Beschädigungen sichtbar, die repariert werden können. Nach Entstaubung mittels trockener Druckluft werden die Oberflächen mit Isopropanol gereinigt. Ganz wichtig ist die anschließende Pflege, damit der Kunststoff nicht brüchig wird. Wir setzen dazu eine Speziallösung aus der Fahrzeugtechnik ein.

Politur - wie beim Auto?

Absolut richtig. Viele Notebooks haben eine sogenannte "Klavierlack-Optik", d.h. sie kommen als Neugerät mit hochglänzender Oberfläche bei uns an. Im Laufe der Zeit ergeben sich durch die Nutzung, das oberflächliche Abreiben von Schmutz usw. hässliche Kratzer und Schlieren. Mit den richtigen Mitteln und Geräten werden sie nicht nur wieder wie neu, die Oberfläche wird auch vor erneuten Beschädigungen geschützt.

Polieren - wie beim Auto

Hochglanz-Politur - wie beim Auto.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, das Notebook ist von einem Neugerät optisch nicht zu unterscheiden.

Recycling in Ghana

Vergilbter Kunststoff.

Profi-Tipp: Vergilbte Gehäuse

Bei vergilbten, weißen Gehäusen und Tastaturen hilft nur ein „Bleaching“. Die besten Ergebnisse erzielt man durch das Bleichen mit Zitronen-Scheuermilch (z.B. Viss). In mehreren Gängen wird die Scheuermilch mit dem Finger einmassiert und nach einiger Zeit wieder abgerieben – so lange, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist.
Empfehlenswert bei der Verwendung sämtlicher Chemikalien ist das Tragen von Schutzhandschuhen.

das aufbereitete Macbook

Das Ergebnis nach erfolgreichem Bleaching.

Vor dem Zusammenbau widmen wir uns noch der Technik. Lüfter und Lüftungsgitter haben wir ja bereits gereinigt und konserviert. Jetzt bekommen Prozessor und Grafikchip neue Wärmeleitpaste bzw. ein neues Wärmeleitpad, die CMOS-Batterie wird getauscht und alle Anschlüsse und Kabel werden kontrolliert.
Bei einigen Notebooks wäre nun auch der richtige Zeitpunkt für den Austausch bzw. die Erweiterung des Speichers (RAM) und der Festplatte bzw. SSD, da man im zusammengebauten Zustand keinen Zugang mehr hat.

das aufbereitete Macbook

Fertig aufbereitetes Notebook.

Wir finden, die Arbeit hat sich definitiv gelohnt

Beispiel: Tastatur

Wer sein Notebook nutzt und es nicht einfach nur herumstehen lässt, wird es kennen: Die Tasten fangen mit der Zeit an, speckig zu glänzen. Das fällt in die Rubrik „Gebrauchspuren“ und hat absolut nichts mit mangelnder Pflege zu tun: Wir polieren beim Schreiben mit unseren Fingern die Oberfläche der Tasten.

Tastatur mit Gebrauchspuren

So sieht jede wirklich genutzte Tastatur irgendwann aus.

Die Lösung ist die Aufbereitung der Tastatur. Für manche Tastaturen lohnt sich der Aufwand finanziell nicht, da es günstigen Ersatz zu kaufen gibt. Viele Ersatz-Tastaturen sind dagegen aber richtig teuer und für einige Geräte gibt es gar keinen Ersatz mehr.

Aufbereitung einer Tastatur

Lohnendes Geduldspiel.

Taste für Taste wird die Oberfläche sorgfältig mit 1200er Sandpapier angeschliffen.

Teilaufbereitung einer Tastatur

Teilweise fertig ...

Nachdem wir mit dem Schleifen fertig sind, blasen wir die Tastatur zunächst mit trockener Druckluft aus. Abschließend werden Fett und andere Rückstände mit Isopropanol entfernt und die Tastatur mit professioneller Kunststoffpflege konserviert.